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Nachdem die arktischen Temperaturen auf vielen Gewässern eine Eisschicht erzeugt haben, häufen sich die Unglücksmeldungen. Immer wieder begeben sich Menschen verbotenerweise zum Beispiel zum Schlittschuhlaufen auf die in der Regel zu dünnen Eisflächen und brechen ein. Häufig ist die Tragfähigkeit der Eisdecke nicht nur an Zu- und Abläufen und im Bereich von Bewuchs (z.B. Schilf) unzureichend, auch durch Strömungen oder Hohlräume verursachte, nicht erkennbare Schwachstellen werden schnell zur Falle: Zu oft wurden die Opfer in den vergangenen Tagen nur noch tot geborgen. Die Stadt Velbert und die Technischen Betriebe (TBV) weisen daher darauf hin, daß das Betreten von Eisflächen lebensgefährlich und grundsätzlich verboten ist. Entsprechende Schilder wurden bereits an betroffenen Gewässern aufgestellt. Doch auch für die Retter ist der Einsatz auf dem Eis eine gefährliche Angelegenheit. Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, nutzte die Velberter Feuerwehr jetzt die seltene Gelegenheit, verschiedene Vorgehensweisen der Rettung auf dem Teich der Diakonie Bleibergquelle zu üben. Dazu hatte ein Feuerwehrmann einen sogenannten Überlebensanzug, einen wasserdichten, mit Neopren gefütterten Schutzanzug angelegt und war als „Opfer“ auf den fast komplett zugefrorenen Teich gegangen. Er war, wie auch alle anderen Einsatzkräfte, die auf dem Eis arbeiteten, permanent mit Leinen gesichert. Vorgenommen wurden neben dem konventionellen Eisschlitten mit Schlauchboot (Bild 5 und 6), der einsatzbereit an der Velberter Hauptwache auf einem Anhänger vorgehalten wird, auch andere Geräte, die auf jedem Löschfahrzeug mitgeführt werden und sofort bei einer Eisrettung, bei der es wegen der Unterkühlung der Betroffenen auf jede Minute ankommt, zum Einsatz kommen können. Wichtig bei allen Methoden ist, den Druck auf das Eis möglichst zu verteilen. Liegt das Gewicht des Retters nur auf der relativ kleinen Fläche der Füße, ist die Gefahr des Einbrechens erheblich größer als wenn das Gewicht zum Beispiel über eine Leiter auf eine große Fläche wirkt. So haben die Einsatzkräfte eine vierteilige Steckleiter auf das Eis gelegt, um sich zum „eingebrochenen Opfer“ vorzuarbeiten (Bild 1). Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz zweier einzelner Leiterteile (Bild 2): Bei Gewichtsverlagerung auf das eine Leiterteil schiebt der Retter das andere Teil vor und umgekehrt, um sich voranzuarbeiten. Sehr schnell voranbringen ließ sich die Schleifkorbtrage, die ansonsten zum Patiententransport im unwegsamen Geländen zum Einsatz kommt. Anstelle der eigentlich dafür vorgesehenen Feuerwehrbeile erwiesen sich sogenannte Bauklammern als optimal zur Fortbewegung (Bild 4). Die überdimensionalen Krampen sind zusammen mit einen Sortiment Bauholz auf dem Rüstwagen verlastet und werden zum Beispiel zum Sichern von Baugruben bei Tiefbauunfällen eingesetzt. Ist das Unfallopfer erreicht, wird es mit den Sicherungsleinen ans Ufer gezogen (Bild 3). Schließlich kam auch die Drehleiter noch zum Einsatz: Sie ist bei Unfällen in Ufernähe - Befahrbarkeit des Ufers vorausgesetzt - schnell in Stellung gebracht. Hier erwies sich der Einsatz von C-Schläuchen anstelle der Leinen zum Sichern des Opfers als schonende Methode, da der Schlauch wie ein Gurt wirkt und der Patient mittels Einfahren des Leiterparks leichter aus dem Wasser zu ziehen ist (Bild 7 bis 9). Für die Einsatzkräfte brachte die rund dreistündige Übung einige neue Erkenntnisse. Bleibt zu hoffen, daß sie diese nicht zur Anwendung bringen müssen! Herzlichen Dank sagt die Feuerwehr den Diakonissen unter Leitung von Oberin Schwester Bärbel Leopold, die den Teich zur umfangreichen Übung zur Verfügung gestellt haben. |